Drohende Besteuerung der Veräußerungsgewinne von Kapitalgesellschaften

Geplante Änderung in Bezug auf geringfügige Beteiligungen

Besteuerung von Veräußerungsgewinnen

Die Bundesregierung plant, Veräußerungsgewinne, die bei einer UG/GmbH/AG aus dem Verkauf von Streubesitzanteilen an Kapitalgesellschaften (alle Beteiligungen an UG/GmbH/ AG kleiner 10 %) entstehen, vollständig zu besteuern.

Zurzeit sind derartige Gewinne nur in Höhe von 5 % körperschaftsteuer- und gewerbesteuerpflichtig. Die aus der geplanten Gesetzesänderung resultierende Steuermehrbelastung beträgt das 10fache der bisherigen Steuerbelastung.

Nach den Gesetzen der Logik, die allerdings im Steuerrecht wenig bedeutungsvoll sind, müssten zukünftig steuerlich auch Verluste aus der Veräußerung von Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von nicht mehr als 10 % berücksichtigt werden. Hier wird es seitens des Gesetzgebers bzw. der Finanzverwaltung sicherlich Bemühungen geben, diesen Effekt zu vermeiden.

Handlungsempfehlungen

Sollten sich im Depot einer UG/GmbH/AG Beteiligungen bis zu 10 % mit stillen Reserven befinden, sollten Sie prüfen, diese Beteiligungen noch vor der geplanten Änderung der Besteuerungsmechanismen zu veräußern.

Für nicht börsennotierte Beteiligungen gilt grundsätzlich das Gleiche, Sie müssen eventuell geplante Veräußerungen unbedingt vorher mit uns abstimmen.

Für den Fall, dass sich im Depot Beteiligungen bis zu 10 % mit Verlustpotential befinden, sollte eine Verlustrealisierung erst nach der geplanten Gesetzesänderung realisiert werden. Für den Fall, dass sich im Depot Beteiligungen von mehr als 10 % mit Verlustpotential befinden, sollten Sie versuchen, die Beteiligungsquote auf die nach der Gesetzesänderung relevante Größe von bis zu 10 % zu modellieren.

Bewertung

Es muss leider damit gerechnet werden, dass es keinerlei Übergangslösungen geben wird. Somit müssen voraussichtlich auch stille Reserven, die bis zur geplanten Gesetzesänderung entstanden sind, versteuert werden.

Bis das Bundesverfassungsgericht korrigierend eingreifen wird, werden, wie so mancher Kläger bereits leidvoll erfahren musste, mehrere Jahre vergehen.